Verabschiedung von 46 BG-Absolvent/innen an der Ferdinand-Braun-Schule

Schlagwörter: Abschluss, BG, FBS, Ferdinand-Braun-Schule, Verabschiedung

Wenn das Stück Papier, dem man in den letzten drei Jahren hinterhergerannt ist, in greifbare Nähe rückt, sollte auf den letzten Metern nichts den Erfolg gefährden. Also hieß es „Prioritäten setzen“ für die 2 Abiturientinnen und 44 Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums der Ferdinand-Braun-Schule: Wenn man sich zu sehr dem Abi-Party-Feier-Marathon (APFM) hingibt und dabei die Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) des Landes Hessen aus den Augen verliert, kann die eine oder andere schriftliche oder mündliche Abiturprüfung schon mal in die Hose gehen. Selina Wingenfeld und Nikolai Fladung ließen im Namen der drei Absolventenklassen die gymnasiale Oberstufe Revue passieren, erörterten zentrale Fragen zur Wahl der Leistungskurse („Werde ich das schaffen?“ „Kann ich das für später gebrauchen?“) und konstatierten eine lineare Abnahme der Jahrgangsstärke von anfangs 63 Schülern auf nunmehr 48. Jetzt ist der Prüfungsstress Vergangenheit, und am vergangenen Samstag konnte man das ersehnte Reifezeugnis entgegennehmen. Aus diesem Anlass hatten sich am Samstag, 20. Juni im Foyer der Ferdinand-Braun-Schule die Absolventen, ihre Angehörigen, Lehrer und weitere Gäste eingefunden.

Mit einer ökumenischen Andacht im Medienzentrum unter Leitung von Pfarrerin Ute Kohl und Pfarrer Jan Kremer bedankten sich die Absolventen zunächst in Form von Musikbeiträgen, Fürbitten und einem selbstverfassten Credo für die erlebte vielfältige Unterstützung. „Auf und davon“ sei die Zielrichtung – und gerade deshalb solle man vorwärts und rückwärts schauen, betonte der Pfarrer von St. Paulus in seiner Predigt. Schulleiter Thomas Remmert hieß die Gäste anschließend im Namen seiner Schule willkommen und begrüßte vor allem die drei Klassen des Beruflichen Gymnasiums mit ihren Tutoren (13BG1, Datenverarbeitungstechnik, Tutorin Silke Hayn; 13BG2, Elektrotechnik und Maschinenbau, Tutor Wolfgang Hußmann; 13BG3, Maschinenbau, Tutor Klaus Heinz). Es sei an der Zeit, sich den Wind der großen weiten Welt um die Nase wehen zu lassen, ob im Ausland, in einer deutschen Großstadt oder in der Heimat. In jedem Fall lohne sich die Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums mit dem Ziel, „High-Tech-Maschinen“ zu bedienen, verbessern oder erfinden. Die hierfür erforderlichen analytischen, mathematischen und mechanischen Kenntnisse seien auf dem Arbeitsmarkt rar, und der Schwerpunkt der Ferdinand-Braun-Schule, eine gute Startposition für die künftige Ausbildung von Ingenieuren, Informatikern und Naturwissenschaftlern anzubieten, eröffne beste berufliche Aussichten. Die Welt sei kleiner und übersichtlicher geworden, dank Skype und WhatsApp könnten Eltern mit Ihren Kindern auch in Alaska, Australien oder Neuseeland kommunizieren, und selbstverständlich hätten sich künftige Studenten bereits Rankinglisten von Unis oder Unternehmen beschafft, die ein duales Studium anbieten. Bei allen ins Auge gefassten Vorhaben sei es wichtig, neugierig und aufgeschlossen zu bleiben und, wie Friedrich Nietzsche es formulierte, zur Reifung des Erwachsenen „den Ernst des Kindes beim Spielen wiederzufinden“.

Die drei Tutoren gaben, während im Hintergrund eine Slideshow mit den drei Jahre alten Einschulungsfotos lief, ihrer Verwunderung über den enormen Reifezuwachs ihrer Schützlinge Ausdruck: Aus „Milchbubis und Backfischen“ seien über alle Höhen und Tiefen der Spätpubertät hinweg junge Erwachsene nicht nur heran- sondern auch über den Kopf gewachsen. Einmal mehr gab man der Hoffnung Ausdruck, künftig mehr Mädchen für die technischen Fachrichtungen begeistern zu können, zumal auch Platz für zahlreiche nichttechnische Inhalte war. Die Teilnahme beim Wettbewerb „Jugend debattiert“, das „Planspiel Gesetzgebung“, ein Besuch beim Hessischen Landtag und nicht zuletzt das diesjährige Motto „ABIGIDIA“ (Abiturienten büffeln intensiv gegen die Idiotisierung des Abendlandes) nährten die Annahme, dass nicht Fachidioten, sondern gesellschaftlich engagierte junge Menschen die Schule verlassen.

Günter Strelitz, Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums, läutete anschließend die Ehrungsrunde der Auszeichnungen für besondere Leistungen ein. Zunächst erhielten die Abiturienten mit dem besten Notendurchschnitt ihres Jahrgangs eine Urkunde aus Händen des Leitenden Regierungsdirektors Stephan Schmitt: Pascal Kircher (1,8), Hermann Leinweber, Valerio Trautrims, Nicola Mrdovic, Maximilian Flegler und Jonas-Peter Rausch (alle 2,0). Noch beliebter als eine Urkunde war naturgemäß der mit je 500 Euro dotierte Förderpreis der Ewald-Vollmer-Stiftung: Roland Vollmer, Sohn des EDAG-Gründers, übergab die Preise an Nicola Mrdovic (Datenverarbeitungstechnik), Hermann Leinweber (Elektrotechnik) und Pascal Kircher (Maschinenbau), jeweils Beste ihrer Fachrichtung. Vollmer freute sich über den ergreifenden und würdigen Moment, der mit der Preisvergabe Leistung auch materiell belohne, lobte die Betätigung in technischen Fächern als „spannend, dynamisch und zukunftsorientiert“ und rief zur Aufnahme einer entsprechenden Ausbildung auf.

Für besondere Leistungen im Fach Physik wurden Hermann Leinweber, Julian Matthias Knacker, Fabian Paul, Jonas-Peter Rausch und Marcel Vorndran mit einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft geehrt. Gewürdigt wurde außerdem die Mitarbeit von Philipp Wald, Nikolai Fladung, Marius Stark und Selina Wingenfeld in der Schülervertretung und der Schulkonferenz. Dank für die Mitarbeit in der Gottesdienstgestaltung erfuhr Lucas Mehler, der zusammen mit Nicola Mrdovic außerdem ein Buchpräsent für hervorragende Prüfungsergebnisse im Fach Evangelische Religion erhielt. Für ebenfalls hervorragende Leistungen im Prüfungsfach katholische Religionslehre wurden Felix Dreifürst, Jonathan Weidner, Lars Jökel und Valerio Trautrims ausgezeichnet.

Franz Zimmermann, Vorsitzender des Schulelternbeirats, würdigte die Leistung aller Beteiligten; keiner sei dabei dank Unterstützung durch Eltern und Lehrer auf sich allein gestellt gewesen. Nunmehr könne man studieren, was das Herz begehrt, sei es nun ein Technikfach oder die Anmeldung zum Priesterseminar.

Die Lehrerband mit Martin Schultz-Lintl, Ngozi Gamisch, Markus Schmitt, Markus Wanko und Alexander Kleiss setzte mit Songs wie „Shorty don’t wait“, „Hero“ und „Happy“ den passenden musikalischen Rahmen; die Veranstaltung fand ihren Höhepunkt mit der Zeugnisausgabe durch die Tutoren, bevor sich die Klassen dem Blitzlichtgewitter stellten.

Text und Bilder: OStR Uwe Kramer