Verabschiedung von 130 FOS-Absolvent/innen an der Ferdinand-Braun-Schule

Schlagwörter: Abschluss, Ferdinand-Braun-Schule, FOS, Verabschiedung

Die Welt nicht hinzunehmen, wie sie eben ist, sondern im Rahmen des Möglichen neu zu schaffen … dazu braucht man Kreativität, das erforderliche fachliche Know-how und nicht zuletzt den gewissen „Pippi-Langstrumpf-Spirit“, der auch mal die gewohnten Dinge auf den Kopf stellt. Einen entscheidenden Schritt hierzu haben jetzt 130 junge Menschen mit dem Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife an der Ferdinand-Braun-Schule vollzogen. Pfarrerin Ute Kohl forderte die Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschule anlässlich der Andacht zur feierlichen Entlassung auf, dem Beispiel des Architekten Frank Lloyd Wright und des Malers Franz Marc zu folgen, die den Hausbau und die Malerei zu ihrer Zeit völlig neu interpretierten und damit ihrer Disziplin Impulse gaben, die bis heute nachwirken – denn „ihr seid das Licht der Welt und könnt Wunder wirken.“

Schulleiter Thomas Remmert begrüßte anschließend die Absolventen samt Angehörigen und Lehrern, dankte Pfarrerin Kohl und Religionslehrer Gerhard Lang für den ökumenischen Gottesdienst und gratulierte zur bestandenen Prüfung. Die drei Fachrichtungen Bautechnik (Klassenlehrer Richard Schulte, 22 Schüler/innen), Elektrotechnik (Michael Herrlich, 24) und Maschinenbau (Klassenlehrer Tobias Heitz und Wolfgang Hußmann, 47) waren fast reine „Männersache“, während die beiden Gestaltungsklassen (Klassenlehrer Winfried Sander und Marius Laibach, 37) einmal mehr zu drei Vierteln weiblich besetzt waren. Angesichts der hervorragenden Berufsaussichten vor allem in technischen Disziplinen – der Personalbedarf der Betriebe ist oft nicht durch Bewerber zu decken – und der fast freien Auswahl an Bachelor- und Masterstudiengängen fällt die Wahl der nächsten Schritte nicht leicht: Soll man studieren, eine Familie gründen oder lieber doch eine Ausbildung machen, und welche Reihenfolge wählt man? Mancher finde seine wahre Lebensaufgabe erst im zweiten oder dritten Anlauf, und um aus Fehlern und Irrtümern lernen zu können, müsse man zunächst etwas erleben, führte Remmert weiter aus. Neugierig sein, Ideen frei fließen lassen, locker bleiben bei allem Ernst des Lebens und die fünf Sinne offen halten für alles Neue – jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, sich in der Welt umzusehen.

Der neue Abteilungsleiter Holger Jestädt, dem der Schulleiter eine gelungene Premiere bei der diesjährigen Prüfungsdurchführung bescheinigte, betonte den erzieherischen Anteil im Bildungsauftrag einer Schule; Einstellungen und Wertbindungen ließen sich mit Anleitung zum kreativem Denken, Verantwortungsübernahme in Projektarbeiten und Präsentationen und die Praxisnähe im Betriebspraktikum fördern. Mit den Worten R. W. Emersons „Mach das Beste aus dir, etwas Besseres kannst du nicht tun“ forderte Jestädt die Absolventen auf, sich auf das Abenteuer Leben einzulassen und „die Segel richtig zu setzen“, wenn man schon den Wind nicht beeinflussen könne. Anschließend galt es, besondere Leistungen zu würdigen, die im Unterricht und auch außerhalb des „Kerngeschäfts“ der Schule erbracht wurden.

Sechs Schülerinnen und Schüler mit den besten Notendurchschnitten ihrer Klassen wurden mit einer Urkunde geehrt: Benedikt Mack, 12FOB (1,5); Valentin Reinhard, 12FOE (2,0); Marie Schütz, 12FOG.1 (1,7); Benedikt Brandenburg, 12FOG.2 (1,2); Marc-André Weismüller, 12FOM.1 (1,2) sowie Philipp Knappe, 12FOM.2 (1,1). Besonders gewürdigt wurde die Mitwirkung von Jessica Grabara (12FOE) in der Schülervertretung; im Schulsanitätsdienst betätigte sich Michael Schad (12FOM.2), während in der AG „Schulseelsorge“ Jaqueline Michel, Aljona Morawez, Marie Schütz, Daniela Stampf und Linh Vo Khanh (alle 12FOG) aktiv waren.

Die „wertvollste“ Rede hielt nach eigenem Bekunden Thomas Vollmer, denn er durfte vier Förderpreise über je 500 Euro an die Besten ihrer jeweiligen Fachrichtung seitens der Ewald-Vollmer-Stiftung überreichen: Benedikt Mack, Valentin Reinhard, Benedikt Brandenburg und Philipp Knappe hatten diesmal die Nase vorn. Nach dem Willen des EDAG-Gründers und Stifters wird aus einem jährlichen Budget von 30–50.000 € das besondere fachliche und karitative Engagement junger Menschen belohnt.

Vor dem Schlussakkord der „happy“ aufgelegten Lehrerband mit Ngozi Gamisch, Alexander Kleiss, Martin Schultz-Lintl und Markus Wanko ließen im Namen der Absolventen Marie Schütz und Marc Goldbach, Klassensprecher der beiden Gestalterklassen, die beiden letzten Jahre inklusive ihrer „Highlights“ Revue passieren. Mit den durchlaufenen Unterrichtsschwerpunkten habe sich bei vielen eine Klärung der Berufsziele vollzogen, die Perspektiven würden mit einem „erwachseneren“ Blick auch realistischer eingeschätzt. Anschließend erhielten alle 130 Absolventen, ein jeder namentlich aufgerufen und mit Applaus bedacht, ihre Zeugnisse.

Text und Bilder: OStR Uwe Kramer