Mit Begeisterung knobeln: Mathe-Wettbewerb in Hünfeld

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Bericht aus der Fuldaer Zeitung vom 10.03.2015

Sie hätten ausschlafen können. Oder mit Freunden shoppen gehen können. Aber 82 Mathe-Asse stellten sich beim 24. Tag der Mathematik in der VR-Bank NordRhön in Hünfeld lieber dem Kampf gegen die „Unbekannte X" oder rückten den Seitenlängen eines Würfels mit Formeln zu Leibe.

"Mathe macht echt Spaß." Die Aussage eines Teilnehmers beim alljährlichen Mathematiktag in Hünfeld überrascht dann doch ein wenig. Aber die Schüler sind begeistert: Die Mathe-Fans nagen voll konzentriert an ihren Kulis, andere tun das Gleiche mit ihren Fingernägeln. Gummibärchen und Schokoriegel liegen als Nervennahrung auf den Tischen. Der Name "Pythagoras" fällt, die Elftklässler jonglieren mit Zahlen, Formeln und Potenzen, als hätten sie nie anderes getan. "In der Mathematik gibt es immer ein Ergebnis, es gibt richtig oder falsch und nichts dazwischen", sagt Julius Hohmann von der Hünfelder Wigbertschule. Seine Mitschülerin Juliana sieht den Wettbewerb als eine Chance: „Hier wird man für seine geleistete Arbeit auch mal richtig belohnt", findet sie.

Der Wettbewerb, den der Verein „Zentrum für Mathematik" für die Jahrgangsstufe 11 der allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien ausrichtet, fand an zehn Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern statt. Eines der „Rechenzentren" war Hünfeld. Dabei waren mathematisches Talent, Kreativität und Intuition gefragt. „Es geht bei den recht anspruchsvollen Aufgaben mehr um den kreativen Gedankenweg als um Rechenfähigkeiten", sagt Institutsleiter Thomas Huke.

Neben dem Spaß am Knobeln gab es aber auch Preise zu gewinnen, beispielsweise ein iPad, und ein Stipendium im Wert von 600 Euro für eine „Modellierungswoche", in der zusammen mit Lehrkräften und Wissenschaftlern Lösungsansätze zu realen Fragestellungen aus Industrie und Wirtschaft erarbeitet werden. Gestiftet werden die Stipendien von der VR-Bank NordRhön, der Ewald-Volmer-Stiftung sowie vom Zentrum für Mathematik.

Teilnehmende Teams: Modellschule Obersberg Bad Hersfeld, Alexander-von-Humboldt-Schule Lauterbach, Ulrich-von-Hutten-Gymnasium Schlüchtern, Rabanus-Maurus-Schule Fulda, Winfriedschule Fulda, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Fulda, Wigbertschule Hünfeld, Max-Eyth-Schule Alsfeld

Gruppenwettbewerb:

1. Rabanus-Maurus-Schule (42 Punkte)
2. Alexander-von-Humboldt-Schule (38 Punkte)
3. Ulrich-von-Hutten-Gymnasium (34 Punkte)
Einzelwettbewerb:
1. Oliver Blachnik (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, 31 Punkte)
2. Nils Köhne (Winfriedschule, 28 Punkte)
3. David Scheunert (Freiherr-vom-Stein-Schule, 22 Punkte)

Beispielaufgabe:
Hätten Sie diese Aufgabe lösen können?

Zwei Schiffe A und B verlassen gleichzeitig den Hafen C mit den konstanten Geschwindigkeiten von 20 Stundenkilometern beziehungsweise 32 Stundenkilometern. Der Winkel zwischen den Fahrtrouten beträgt 60 Grad.

Wie weit sind die Schiffe nach 2,5 Stunden voneinander entfernt?

Lösung: 70 Kilometer
Sei x die Entfernung der Schiffe nach 2,5 Stunden.
Nach dem Kosinussatz gilt direkt:
x2 = 502 + 802 - 2• 50 • 80 • cos(60 Grad) = 702